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Vielfalt und Teilhabe

Eine Gesellschaft der Gleichberechtigung, des Respekts und der Empathie, die Raum für Vielfalt ohne Diskriminierung bietet - das ist den Teilnehmer*innen der JPT21 wichtig. In der AG „Jugend im Plural“ haben sich die Jugendlichen damit auseinandergesetzt, wie eine vielfältige Jugend gestärkt werden kann. Zum Beispiel müssten Selbstorganisationen marginalisierter Gruppen stärker unterstützt werden. Darüber hinaus haben die Teilnehmer*innen in den AGs „m/w/d und lsbti*“ und „Was behindert dich?“ Maßnahmen zur Förderung von Barrierefreiheit und der Anerkennung von Geschlechtervielfalt verhandelt.

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„Unsere Vision ist eine egalitäre Gesellschaft, die respektvoll und miteinander funktioniert und auch repräsentativ von und mit ihrer Vielfalt lebt.“

Bildungsarbeit

Die Vermittlung von Rassismus- und Diskriminierungskritik an Schulen und in Jugendbegegnungsstätten ist entscheidend für eine Gesellschaft, die respektvoll miteinander umgeht. Deshalb fordern wir eine umfassende Thematisierung von Sexismus, Rassismus, Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und Mehrfachdiskriminierungen in den Lehrplänen.

Politische Beteiligung

Um die Repräsentanz der jungen Bevölkerung auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zu gewährleisten, sind Jugendquoten in Parlamenten und Verwaltung notwendig. Nur so kann die Vielfalt der Gesellschaft abgebildet werden. Außerdem sollte die Teilhabe junger Menschen an politischen Prozessen durch Jugendparlamente gestärkt werden.

Engagement fördern

Die Interessenvertretung vieler marginalisierter Gruppen baut auf der Arbeit von ehrenamtlich engagierten Personen auf. Damit Vereine und Gruppen fortbestehen und der Austausch vielfältiger Perspektiven gesichert werden kann, müssen finanzielle und bürokratische Einstiegshürden abgebaut und ehrenamtliche Arbeit gefördert werden. Engagement für die Diversität unserer Gesellschaft darf nicht von individuellen finanziellen Ressourcen abhängen.

Zukunftsvision

Eine Gesellschaft, die durch Gleichberechtigung, Respekt und Empathie gestützt wird, bietet Raum für Vielfalt und lässt keinen Platz für Diskriminierung.

Erbeitet von der Arbeitsgruppe Jugend im Plural

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„Jugendliche dürfen vor allem im Elternhaus oder auch in der Schule nicht unter der Angst leiden, sich zu outen. Es bedarf einer Aufklärungsarbeit.“

Diversität normalisieren

Die rein heteronormative Betrachtung von Sexualität und das binäre Verständnis von Geschlecht werden der Vielfalt unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr gerecht. Deshalb braucht es eine diverse Sexualaufklärung an deutschen Schulen und konsequente Maßnahmen gegen Diskriminierungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Ebenso müssen Erwachsene für queere Themen sensibilisiert werden. Gesetzlich verpflichtende Antidiskriminierungs- und Aufklärungs-Workshops in Unternehmen können zu einer Gesellschaft beitragen, in der jede*r gut und gerne lebt und liebt.

Rechtliche Gleichstellung queerer Personen

Homosexuelle und heterosexuelle Familien müssen vor dem Gesetz gleichgestellt werden. Dafür muss das Abstammungsrecht angepasst werden. Auch die Überarbeitung des Transsexuellengesetzes ist überfällig. Das Recht auf Selbstbestimmung, Namens- und Geschlechtsänderung darf nicht von dritten Parteien abhängig sein. Außerdem muss im Grundgesetz das Diskriminierungsmerkmal „sexuelle Identität“ ergänzt werden. Nur so kann queerfeindliche Gewalt effektiv bekämpft werden.

Gendergerechte Sprache

Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache darf nicht zu Benachteiligungen führen. Da sich Sprache unweigerlich verändert, braucht es eine unvoreingenommene Auseinandersetzung von Politik, Gesellschaft und Sprachwissenschaft mit einem diskriminierungsfreien Sprachgebrauch. Die Aufklärung an Schulen ist ausschlaggebend dafür, dass sich unsere Sprache nachhaltig von einem binären Geschlechterverständnis und dem generischen Maskulinum befreien kann.

Zukunftsvision

Statt Hass und Gewalt herrschen Toleranz und Gleichberechtigung. In sexueller und geschlechtlicher Identität sind alle Menschen frei.

Erbeitet von der Arbeitsgruppe m/w/d und lsbti*

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„Wir Menschen mit Behinderung fordern, dass die UN-Behindertenrechtskonvention endlich voll umgesetzt wird. Gebärdensprache ist zwar anerkannt, aber im Bildungssystem, in den Schulen, in den Universitäten kommt sie überhaupt nicht vor. Die Gesellschaft ist durchzogen von Audismus, d.h. es wird ständig gefordert zu sprechen und zu hören - so geht es nicht.“

UN-Behindertenrechtskonvention 2007 umsetzen

Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention von 2007 ist noch immer nicht erfolgt. Das Leitbild dieser ist Inklusion, also das selbstverständliche Recht auf Teilhabe. Das bedeutet u. a. ausreichend Pflege- und Transportangebote, barrierefreie Gebäude und Gedärdendolmetscher*innen bei Veranstaltungen. Damit Menschen mit Behinderungen nicht länger im Alltag vermeidbaren Diskriminierungen ausgesetzt werden, fordern wir, dass die UN-­Konvention endlich umgesetzt wird.

Bewusstsein erhöhen

Der gesellschaftliche Umgang mit Menschen mit Behinderung ist entscheidend für ihre Teilhabe. Daher braucht es Inklusionskonzepte, sowohl für Schulen und Ausbildungsstätten als auch auf dem Arbeitsmarkt. Durch eine dauerfinanzierte Aufklärungskampagne muss das Bewusstsein erhöht werden, damit zwischen Menschen mit und ohne Einschränkungen keine Unterschiede mehr gemacht werden.

Menschen mit Behinderung sind unterrepräsentiert

Für das Entstehen eines inklusiven, gesellschaftlichen Diskurses muss die Mitsprache von Menschen mit Behinderung selbstverständlich werden. Deshalb bedarf es einer flächendeckenden Repräsentation von Menschen mit Behinderungen in politischen Ausschüssen und Debatten. Die Behindertenbeauftragten sollten selbst Behinderungen haben, um die Perspektiven der Betroffenen realistisch und zielführend darstellen zu können.

Zukunftsvision

In einer inklusiven Gesellschaft leben Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt miteinander und lernen voneinander.

Erbeitet von der Arbeitsgruppe Was behindert dich?