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Gesundheit

Keine Frage: Für junge Menschen ist die mentale Gesundheit ebenso wichtig wie die körperliche. Die Teilnehmner*innen der AG „Mit Herz und Seele“ sprechen sich für mehr Investitionen in mentale Gesundheit aus. Auch ist den Jugendlichen körperliche Selbstbestimmung wichtig. In der AG „My Body, my Choice“ thematisieren die Teilnehmer*innen ebenfalls den Schutz vor sexueller Gewalt: Für die Jugendlichen ist vor allem Aufklärung die wichtigste Prävention.

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„Unser Ziel ist ein reflektierter und bewusster Umgang mit der Psyche in der gesamten Gesellschaft.“

Mentale Gesundheit im Alltag

In Schulen und Jugendverbänden muss, in Zusammenarbeit mit Expert*innen, mentale Gesundheit thematisiert und normalisiert werden. Zudem braucht es niedrigschwellige, psychologische Beratungs- und Mentoringprogramme an Schulen. Ebenso müssen Lehrpersonal und nicht betroffene Menschen für das Thema sensibilisiert werden. Mentale Gesundheit muss in Literatur, Film, Kunst und Kultur repräsentiert sowie in Lehrplänen verankert und finanziell gefördert werden.

Ausbildung von Fachpersonal

Die Arbeitsbedingungen und Vergütung von Psychotherapeut*innen müssen verbessert werden und soziale Berufe mehr Anerkennung erhalten. Weiterhin braucht es mehr Studienplätze im Bereich Psychologie sowie niedrigere Zugangsvoraussetzungen. Langfristig sollte ein duales Studium, das gleichermaßen Theorie und Praxis berücksichtigt, eingeführt werden.

Zugang zu Therapie erleichtern

Dem Mangel an Therapieplätzen muss entgegengewirkt werden. Daher braucht es Subventionen für Therapeut*innen und Ärzt*innen, damit sich diese auch in ländlichen Regionen niederlassen – idealerweise in Gemeinschaftspraxen, die eine Spezialisierung ermöglichen. So werden Versorgungslücken geschlossen und lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz reduziert. Außerdem muss die psychologische Behandlung von den Krankenkassen vollständig gedeckt werden.

Zukunftsvision

Informationen zu mentaler Gesundheit und Therapieangebote stehen überall zur Verfügung. Psychische Gesundheit wird priorisiert. Wer Hilfe braucht, bekommt diese auch.

Erarbeitet von Arbeitsgruppe Mit Herz und Seele

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„In unserem Utopia sind alle Menschen frei und selbstbestimmt, sie werden unabhängig von ihren Entscheidungen respektiert, dies gilt insbesondere für Menschen mit Uterus.“

Legale Schwangerschaftsabbrüche und Verhütung

Schwangerschaftsabbrüche (SSA) müssen legal sein und dürfen nicht länger stigmatisiert werden. Deshalb müssen § 219 abgeschafft und § 218 entsprechend angepasst werden. Jede gynäkologische Praxis sollen SSA anbieten und allen Menschen mit Uterus einen sicheren Raum bieten. Der Staat muss sich dagegen neutral zu SSA verhalten und die Handlungsfreiheit seiner Bürger*innen respektieren. Gleichzeitig müssen neue, nicht-hormonelle Verhütungsmethoden erforscht und der Mehrwertsteuersatz auf Verhütungsprodukte gesenkt werden. Auch über Nebenwirkungen muss besser aufgeklärt werden.

Gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt

Sexuelle Orientierungen und Praktiken außerhalb der Norm dürfen nicht tabuisiert werden. Daher soll der Sexualkundeunterricht wertungsfrei sein und Aufklärung über Diversität und Sexualität geben. Zudem muss das Thema sexualisierte Gewalt mehr Aufmerksamkeit finden, beispielsweise durch Aufklärungskampagnen im Bereich Schule und Sport. Sexualisierte Gewalt beginnt dort, wo kein ausdrückliches Einverständnis vorliegt. Daher muss sexualisierte Gewalt klar definiert und ein angemessenes Strafmaß gefunden werden. Weiterhin braucht es Anlaufstellen, psychologische Beratung und einen respektvollen Umgang mit Betroffenen.

Selbstbestimmte Kleidung

Die sexualisierenden Kleidungsordnungen gilt es abzuschaffen. Daher soll Arbeitskleidung geschlechtsneutral sein und männlich genormte Sicherheitskleidung angepasst werden. Dafür müssen Diskriminierungsrichtlinien ergänzt und Arbeitssicherheitsvorschriften überarbeitet werden.

Zukunftsvision

Alle Menschen können frei über ihren Körper entscheiden. Jede*r kann offen zu sich und seiner Sexualität stehen und ist ausreichend aufgeklärt. Sexuelle Handlungen finden nur im Einverständnis statt.

Erarbeitet von Arbeitsgruppe My Body, My Choice